AllgemeinBasketball kann ja so verrückt sein

30. Dezember 2020

Ich erinnere mich an meine früheste Jugend, als ich meinen Großvater mal fragte, warum er Samstag mittag immer zum Fußball schauen auf den Sportplatz geht. Seine etwas launische Antwort: »Weil ich nicht weiß, wie es ausgeht!« Als Kind verstand ich nicht, was er mir sagen wollte, mit den Jahren wurde es mir immer klarer und selbstverständlicher. 

Heute abend erlebte ich eine ähnliche Situation. Bei den Royals in der Stadtgartenhalle in Saarlouis war die Stimmung nicht zum Besten: Trainerwechsel, mit dem sozusagen letzten Aufgebot gegen den Tabellenführer Keltern, alle hofften, dass es nach den letzten Niederlagen nicht zu deftig ausfallen würde.

Und dann erlebt man was, was man eigentlich nicht für möglich hält. Mit acht im Aufgebot, darunter Chelsea Waters, die noch Beschwerden aus ihrer Gehirnerschütterung aus dem Spiel gegen Halle hatte und nicht eingesetzt werden wollte und Mandy Geniets, die seit Wochen an einer Verletzung laboriert, schien auch nicht fit genug, aktiv ins Geschehen einzugreifen. Blieben also sechs Tapfere, die WNBL-Spielerin Nele Trommer mit eingerechnet, die sich gegen 10 Topspielerinnen aus Keltern stemmen sollten. Wie gesagt, es herrschte betretenes Schweigen vor dem Spiel, einige äußerten sich eher mit Galgenhumor. Bereits im ersten Viertel blickte ich in einige völlig verdutzte Gesichter (Zuschauer gibt es ja derzeit keine), Kopfschütteln allenthalben. Niemand, wirklich gar niemand, hätte damit gerechnet, dass die Royals Keltern auch nur im Ansatz Paroli bieten könnten. Eine – obwohl mit dem gleichen Personal spielende – Royalsmannschaft war nicht wiederzuerkennen, sie spielten zum ersten Mal in dieser Saison Basketball, ließen Ball und Gegner laufen, verteidigten, punkteten, blieben bis weit ins dritte Viertel immer auf Schlagdistanz dran. Erst im letzten Viertel, als den tapferen Sechs die Kraft ausging, setzte sich Keltern ab und entschied das Spiel erwartungsgemäß für sich. Den Royals jedoch hätte man diese Leistung zu diesem Zeitpunkt niemals zugetraut.

FOTOS: Stefan Bost

Natürlich hat das alles nichts mit dem neuen Trainer zu tun, kann ja gar nicht, weil er die Mannschaft erst seit Montag betreut. Und doch, so hatte ich zumindest das Gefühl, hat sich etwas Grundlegendes geändert. Er ließ die Mannschaft spielen, selbst entscheiden, selbst agieren. Es wurde mehr geredet, es schien völlig unverkrampft und lässig, eben genauso, wie man Basketball spielen muss. Vielleicht lag es auch am Gegner, gegen den man sowieso nicht gewinnen kann und dadurch unverkrampfter und freier war. Egal – so muss es weiter gehen, die Mannschaft ist besser als ihr Tabellenplatz. So hat man noch eine Chance, sich aus eigener Kraft aus dem Tabellenkeller zu befreien! Danke Mädels, das war eure beste Leistung in diesem elenden Jahr, das zum Glück morgen zu Ende geht!

Das fehlende Personal ist mittlerweile auch schon eingetroffen und wartet hungrig in der Quarantäne, um endlich in die Arena gelassen zu werden. Als da wären: Kellindra Zackery, die in der Saison 2014/15 schon einmal für die Royals aktiv gewesen ist, die Kroatin Klaudia Perisa, die zuletzt in der 1. spanischen Liga aktiv war und last but not least Brittany Brown, die in der letzten Saison noch für Keltern auf Korbjagd ging. 

Und 2021 blasen die Royals hoffentlich zum Angriff …

Euch allen ein gesundes, glückliches und erfolgreiches Jahr 2021!

Tom Störmer

Saarlouis Royals Basketball Verein Inexio

SAARLOUIS ROYALS

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