AllgemeinPhänomenaler Kraftakt

7. November 2021

Es war ein Samstagnachmittag, den die Zuschauer des Basketballspiels in der Toyota 1.DBBL zwischen den inexio Royals Saarlouis und dem Herner TC so schnell nicht vergessen werden. Erste schlechte Nachricht für die Royals am späten Vormittag: Magdalena Zietara muss wegen einer akuten Magen-Darm-Erkrankung passen. Zweiter Wermutstropfen: Tina Cvijanovic wird nach ihrem Bänderriss zwar auflaufen, jedoch wie lange sie durchhalten kann, ist nicht klar. Herne tritt mit voller Frauenpower, heißt mit 12 Spielerinnen, an. Demgegenüber stehen 9 Royals. Das Spiel beginnt mit einer nervösen und unsicheren Saarlouiser Mannschaft, die während des gesamten 1. Viertels Herne buchstäblich hinterherläuft. Es dauert genau vier Minuten bis zum Spielstand von 0:7, ehe die Royals ihren ersten Freiwurfpunkt erzielen können. Über ein 3:15 steht zum Ende des Viertels ein 8:21 auf der Anzeigetafel. Kein Zuschauer hätte zu diesem Zeitpunkt auch nur einen Pfifferling auf Saarlouis gesetzt. Was Isabel Fernández in der Viertelpause an ihre Mannschaft vermittelt, es muss was Brauchbares sein. Im 2. Viertel beginnen die Royals mit dem Basketballspiel. Aus dem 13-Punkte Rückstand machen die Royals bis zur Halbzeit einen 2-Punkte Rückstand und gestalten den weiteren Verlauf damit offen. Dabei entwickelt sich die Rückkehrerin Tina Cvijanovic zur wertvollsten Spielerin der Royals. Die anfänglich etwas verhaltene Stimmung in der Halle wird von Minute zu Minute immer besser.

Nach der Halbzeit neutralisieren sich beide Mannschaften bis etwa zur Viertelhälfte. Danach wirkt Herne spielerisch reifer, profitiert von seiner körperlichen Überlegenheit, von einer phantastischen Kristina Topuzovic und nutzt die zweiten Bälle besser. So geht Herne verdient mit 46:55 bis Ende des 3. Viertels in Führung. Anfang des Schlussviertels baut Herne die Führung auf 12 Punkte aus. Und dann geschieht das, was den Sport so attraktiv und allzeit spannend macht. Wille und Kampfgeist der Royals werden stärker als die Spielkunst von Herne. Punkt um Punkt kämpft sich Saarlouis heran bis zur Schlusssirene und dem 70:70-Gleichstand. Das Momentum liegt nun eindeutig auf Seiten der Gastgeberinnen. Die Zuschauer sind begeistert und feiern ihre Mannschaft unentwegt an. In der Verlängerung findet Herne keine Mittel mehr, um der Niederlage zu entgehen. Bis wenige Sekunden vor Schluss führen die Royals mit 81:71. Zwei wilde Dreier kurz vor Schluss bringen Herne noch einmal bis zum Endstand von 81:77 heran. 

Fazit: Herne hat die spielerisch reifere, abgeklärtere Mannschaft. Sie liegen zeitweise weit genug in Führung, um das Spiel für sich zu entscheiden. Auf der anderen Seite fightet Saarlouis und nutzt die Mittel, die ihnen zu Verfügung stehen. Isabel Fernandez ist für die Mannschaft so etwas wie die sechste Spielerin. Sie dirigiert, korrigiert, lobt und tadelt unentwegt. Die Bank der Royals gibt soviel Dynamik, soviel Spirit an die Spielerinnen weiter, dass es eine Freude ist zuzuschauen. So ist wieder mit den Royals zu rechnen, egal wer auf der anderen Seite steht. Es war nunmehr der vierte Sieg in Folge, diesmal jedoch gegen ein Schwergewicht.  

Jetzt gehts zuerst mal in eine zweiwöchige Länderspielpause, die die Mannschaft dazu nutzen wird, weiter am Feintuning zu arbeiten. 

Für die Royals punkteten: Leah Scott (25), Tina Cvijanovic (21), Antonia Peresson (14), Magaly Meynadier (10), Anniina Äijänen (6), Antoinette Thompson (3), Addison Richards (2).