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Ein Kampf gegen Windmühlen

Zum Auftakt der Damenbasketball-Bundesliga gab es in diesem Jahr wieder ein sogenanntes Season opening, ein Wochenende also, wo alle Mannschaften der DBBL an einem Ort spielen. Für die sechs Erstplazierten der Liga wird der Spieltag als Auswärtsspiel gewertet, für die in der letzten Saison weiter hinten plazierten Klubs wird der Spieltag zum Heimspieltag (Ausnahme: Keltern als Gastgeber hatte naturgemäß ein Heimspiel trotz der letztjährigen Meisterschaft). Für die Royals aus Saarlouis war es somit ein Heimspiel.

Die Vorzeichen vor diesem ersten Saisonspiel standen für die Saarlouis Royals unter keinem guten Stern. Nadjeschda Ilmberger wegen Kreuzbandriss aus der letzten Saison außer Gefecht. Jaquan Jackson, die Neuverpflichtung aus den USA, schon vor dem ersten Spiel wegen akuter Knieprobleme Vertrag aufgelöst. Ersatzneuzugang Angela Rodriguez noch nicht spielberechtigt. Centerspielerin Bronaza Fitzgerald knickt am Tag vor dem Spiel unglücklich um, Bandverletzung im Knöchel. Und dann muss man mit sieben Spielerinnen gegen zehn – auf dem Papier übermächtige Gegner – aus Hannover beim ersten Saisonspiel antreten. Selbst die ansonsten sehr optimistischen Fans der Royals wurden angesichts dieser Situation kleinlaut und hofften auf eine nicht allzu deutliche Niederlage. Und – es kam, wie es kommen musste – Hannover gewann das Spiel mit 51:63. Soweit die nüchterne Bilanz.

Nun zum Kleingedruckten: Ein Sieg der Royals wäre keinesfalls unmöglich gewesen. Dazu fehlten jedoch drei entscheidende Faktoren: Die Restmannschaft der Royals war erstens zu jung, zweitens zu unerfahren und drittens nicht abgezockt genug. Hätten die Damen nur die leicht vergebenen Korbleger getroffen, hätte es gut und gerne zum Sieg gereicht, ganz zu schweigen von den vergebenen Würfen aus dem Feld, die einfach nicht fallen wollten. Hätte, hätte, Fahrradkette …

Hannover enttäuschte mich, obwohl sie das Spiel gewannen. Die Summe an Erfahrung, die Hannover in ihrer Mannschaft hat, gehört zum Feinsten, was die DBBL hergibt. Namen wie Palmer, Brajkovic, Gobeljic, Stammberger, Young, Henningsen, Tarasava, Mihalyi stehen eigentlich für Qualitätsbasketball. Dennoch fanden die Niedersachsen nie ins Spiel, spielten ein ums andere Mal fantasielos um die Zone, dann meist verzweifelt in die Mitte auf Brajkovic, die dank ihrer körperlichen Präsenz immerhin 12 Punkte erzielte. Noch besser machte es Young mit 15 Zählern. Die Spielanlage an sich war einfallslos und ohne jegliche Überraschung.

Bei Saarlouis gefielen Hearn mit Double-Double (20 Punkte, 19 Rebounds) und Asuamah-Kofoh mit 11 Punkten. Helmi Tulonen hatte Pech im Abschluss, gefiel mir aber in der Defense außerordentlich gut.

Das Ergebnis ging alles in allem in Ordnung und war der körperlichen und physischen Überlegenheit von Hannover geschuldet. Hinzu kamen zahlreiche Abspielfehler und eine klare Unterlegenheit der Royals unter dem gegnerischen Korb, was natürlich auf das Fehlen des »Oberhauses«, in persona Fitzgerald und Ilmberger, zurückzuführen gewesen ist.

Auch bei der am Samstagabend stattfindenden Pokalauslosung hatten die Royals alles andere als Glück. In Pokalrunde drei, dem Achtelfinale also, heißt der Gegner Rutronik Stars Keltern, der amtierende deutsche Meister.

Neben diesen weniger guten gibt es aber auch positive Nachrichten abseits des Spielfeldes zu vermelden. So ist aus dem Umfeld des Vereins zu hören, dass sich ein paar engagierte Unternehmer für die Royals einsetzen möchten und die Situation beim Damenbasketball-Bundesligisten sowohl in finanzieller wie auch strategischer, struktureller und personeller Form konsolidieren wollen. Ebenso konnte man in diesem Zusammenhang einen Weg finden, den bisherigen Manager Sascha Schmidt in beratender Funktion an den Verein zu binden.

Let’s go Royals

Tom Störmer, Presse BC Saarlouis

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